8.8.24 Namibia
Wir fahren am Okawango entlang nach Norden und erreichen nach 90 km die Grenze nach Namibia. Der Übergang ist ohne Probleme und wir zahlen die Straßenbenutzungsgebühren in Höhevonetwa54€undweitergehtes im Caprivistreifen durch einen Nationalpark auf 30 km Gravelroad. Am Straßenrand treffen wir auf verschiedene Wildtiere vom Pumba (Warzenschwein)über Antilopen bis zu einer Straußenfamilie mit8 Kücken. Die Waschbrettpiste fordert ein Weinglas als Tribut. Dann gibt es gute Straßen bis Rundu. Dort haben wir wieder einen Stellplatz am Okawang oder hier als Grenzfluß zu Angola fungiert. Am Nachmittag erholen wir uns auf dem schönen Platz und machen Erfahrungsaustausch.

09.08.24
Die Fahrt ist heute recht gerade aus, über 200km ohne Kurve. Viel zusehen gibt es nicht. Ab und zu ein besonders schöner Baum und nur Zuchtvieh. Auch mehrere Schlachtungen sehen wir an der Straße. Nach einem obligatorischen Einkauf in Grootfontein fahren wir zum Meteoriten. Der Hoba-Meteorit ist der bislang größte auf der Erde entdeckte Meteorit und wiegt zwischen 50 und 60 Tonnen. Seine ursprünglichen Abmessungen waren 2,70 Meter × 2,70 Meter × 0,90 Meter. Camper und Forscher haben etwas daran rumgeflext. Der Eisenmeteorit schlug vor etwa 80.000 Jahren auf der Erde ein und liegt immer noch in der ursprünglichen Position. Sein geschätztes Alter beträgt 190 bis 410 Millionen Jahre.
Der Meteorit besteht zu ca. 82 % aus Eisen, zu ca. 16 % aus Nickel und zu ca. 1 % aus Cobalt. Darüber hinaus enthält er eine Reihe von Spurenelementen wie Chrom, Gallium, Germanium, Iridium, Kohlenstoff, Kupfer, Schwefel und Zink. Trotz des hohen Eisen Anteils ist er kalt. Auf ihm zu stehen fühlt sich gut an und die Gespräche schwingen so ähnlich, wie wenn man Helium geatmet hat. 
 Wir sind heute bei einem Farmer aus Zittau. Am späten Nachmittag ist wieder Apero, die nächste Löwin Petra hat Geburtstag. Abends werden wir auf der Farm bekocht und sitzen dann noch in kleiner Runde am 🔥. Gerd ist an der Bar und testet mit Ulf, dem Farmer, Selbstgebrannten. 

10.8. campsite zur Kupferquelle Tsumeb
Gegen 8:00 verlassen wir Ulf's Farm und treffen uns in Grootfontaine zum Frühstück. Unser Ziel ist dann eine Fleischerei, in der wir geräucherte Wurst, Schinken und Aufschnitt kaufen können. Dann fahren wir die 60 km bis zu unserem nächsten Stellplatz in der Bergbaustadt Tsumeb. Das Hotel zur Kupferquelle, zu dem unsere Campsite gehört, ist sehr luxuriös und hat ein Schwimmbad mit 50m Bahn. Wir stehen unter Bäumen und machen ein bisschen Urlaub bevor wir in den Etosha Park gehen.
11.08.

Heute ist Haushaltstag, relaxen, spielen und abends große Löwen Geburtstagsparty.
12.08. Halali Camp
Wir fahren in den  Etosha-Nationalpark, im Norden von Namibia. Der Park liegt am Nordwestrand des Kalahari-Beckens und umfasst fast die gesamte 4760 km² große Etosha-Pfanne. Wir fahren mit dem eigenen Auto, was etwas herausfordernd ist. ( Wellblechpiste) An Wasserlöchern beobachten wir viele Tiere. In unserem Auto sitzen wir recht hoch, so das wir einen guten Überblick haben. Abends am Wasserloch im Camp sind noch Rhinos zu sehen. 
13.08.
Heute fahren wir ein paar Wasserlöcher und den Etosha Pan Lookout an. Am 1. Wasserloch ist relative Spannung unter den Tieren. Unzählige Zebras, Gazellen sind in hab acht Stellung. Ziemlich schnell erkennen wir den Löwen als Ursache. Er läuft geduldig vom Wasserloch weg und wir begleiten ihn mit dem Auto. Nachdem er vor uns die Straße quert verschwindet er langsam auf der anderen Seite. Die Straßen sind einfach Wellblech-Rüttelplatte. Auf dem Rückweg treibt eine Windrose vor uns her. Am Abend kann jeder sein Essen aufs Feuer tun. Eine Grillstelle hat Patrik in Gang gebracht. 
14.8. Etosha Safari Camp
Kurz nach 5:00 ist die Nacht zu Ende und wir besteigen unser Fahrzeug zu einem Gamedrive in den Etoshapark. Es ist noch dunkel und zunächst bestaunen wir den herrlichen Sternenhimmel mit dem southern cross und der Milchstraße. Gegen die Kälte durch die sternenklare Nacht haben wir gefütterte Ponchos im offenen Auto. Nach drei Stunden Fahrt haben wir neben Impalas, Springböcken, Zebras und Gnus Steenboks und ein majestätisches Thino am Straßenrand beobachten können. Nach dem Frühstück geht es dann auf die Gravelroad. Unser Auto vibriert und rasselt in allen Tonlagen. Mehr als 20 bis 30 km/h sind nicht drin und nach 80 km haben wir endlich das Gate erreicht. Noch 40 km Asphalt, eine Veterinärkontrolle bei der unser Fleisch konfisziert wird und wir erreichen einen schönen Stellplatz auf einer Wiese.
15.8.
Heute waren wir Faulenzer. Das eine oder andere wurde trotzdem erledigt. Am Abend waren wir im „Oberdorf“ zum Dinner. Der Ausblick und die Atmosphäre waren besonders. In der Nacht hatten wir dann noch Besuch um unsere Wohnmobile. 

16.08. Kunene Region Cheezah-Farm
Früh, um 5:00, wecken uns die Zebras, die auf dem Platz den Rasen kurz halten. Dann geht es auf guter Straße nach Outjo, dort kaufen wir ein und frühstücken in einem alten Farmhaus. Der selbstgebackene Kuchen schmeckt ausgezeichnet und nach weiteren zwei Stunden haben wir unser Ziel, die Cheezah-Farm erreicht. Der Besitzer hält hier auf ca. 400 ha über ein Schutzprogramm gefördert Geparde, die auf Farmen der Umgebung eingefangen wurden in halbwilder Form. Er hatte bis vor wenigen Jahren 22 Stück und dann hat ein Leopard davon 17 getötet. Nun sind es gerade noch 5 und zweidomestizierte, die in der Familie leben und von Besuchern gestreichelt werden können. Hier befindet sich auch ein prachtvoller Butterbaum. Am Abend sitzen wir noch lange ums Lagerfeuer, grillen gewaltige Rumpsteaks oder Würstchen und genießen den schönen Nachthimmel Afrikas mit Blick auf das Kreuz des Südens.

17.8. Otjozondjupa Waterberg
Mit dem Sonnenaufgang sind wir unterwegs. Schon 08:00 kommen wir in einem Himbadorf an. Zu diesem Zeitpunkt sind fast ausschließlich Frauen im Dorf. Die Männer kümmern sich ums Vieh. Ihre Kleidung und Tradition wird uns erklärt. Die Frauen waschen sich nicht, sondern reiben sich mit zermahlenen roten Stein- Butter Gemisch ein. Daher sehen sie so rötlich aus. Die Kinder sind neugierig, für sie müssen wir mit unserer weißen Haut und Autos auch utopisch wirken. Die Hütten sind aus Holz, Lehm, Kuhdunk und Stroh gebaut. Das hl. Feuer, mitten im Dorf, brennt ständig. Zum Schluss gibt’s einen kleinen Andenken Markt und Tanz. Irgendwie wirkt der ganze Besuch auf uns etwas merkwürdig. Für das zur Schau stellen, gibt es selbstverständlich Geld. Dann geht es unterwegs nochmal Kuchen essen, heute ist das Highlight Schoko Quart Torte. Am Waterberg färbt die Sonne das Plateau in herrliche Farben beim Sonnenuntergang. Abends spielen wir noch bei einem Glas Wein. 
18.08. Windhoek 
Entlang des 48 Kilometer langen  und 15 Kilometer breiten Waterberg Plateaus fahren wir Richtung Windhoek. Im Morgenlicht haben die Felsen wieder ein anderes Farbspiel.
Bekannt wurde der Ort durch die Schlacht am Waterberg am 11. und 12. August 1904 während des Aufstands der Herero die sich wegen sozialer Unterdrückung, Ungleichbehandlung und Ausbeutung durch die deutsche Kolonialmacht auflehnten. 
Wir fahren dann entlang der Hauptstraße schnurgerade aus, immer wieder bis zum Horizont. Dik Diks und Warzenschweine zeigen sich am Straßenrand. In Windhoek haben wir einen total luxuriösen Stellplatz. Es gibt Faßbier👍. Am Abend machen wir mal wieder Kino, diesmal dient Jens sein Sprinter als Leinwand. Nach Sonnenuntergang wird es schnell frisch.
19.8. Windhuk 
Heute steht ein Stadtrundgang mit Irmgard auf dem Programm. Dazu fahren wir mit dem Kleinbus zu unserem Treffpunkt am Bahnhof. Dort gibt es ein Eisenbahnmuseum mit interessanten Exponaten aus der Zeit der Schmalspurbahn und auch der Bahnhof ist historisch. Von Irmgard erfahren wir viel über Namibia, die deutsche Geschichte und den Befreiungskampf von der Herrschaft Südafrikas unter der SWAPO. Die deutsche Schutztruppe pflegte stets gute Beziehungen zu Herero und Nama, deren Viehherden immer wieder zu Streitigkeiten führten. Erst als der Führer der Schutztruppe durch den rassistischen Deutschen Lothar von Trotha, der keine Beziehung zu Namibia hatte, ersetzt wurde, eskalierte der Konflikt. Heute besteht das Volk aus den 12 Ethnien, die stolz auf ihr schönes Land sind. In der Fußgängerzone im Zentrum der Stadt sind 30 Bruchstücke des Gibeon Meteoriten ausgestellt. Dabei handelt es sich um einen Eisenmeteoriten aus 90% Eisen und 10% anderen Metallen. Leider sind schon 5 dieser Teile gestohlen worden. Auf einem Markt probieren wir Mopaneraupen und Kapana, eine Spezialität aus Rindfleisch. Am Abend sind wir in der Kultkneipe, Joe's Beergarden zum Essen. Es gibt von Schweinshaxe und diversen Rinder- und Gamesteaks bis zu Spießen mit Zebra, Kudu, Orix, Strauß und Krokodil.
20.8.
Wir bleiben noch einen Tag hier in Windhuk. Am Morgen bereiten wir für Margrit ein Geburtstagsfrühstück vor. Sie haben sich heute von der Gruppe verabschiedet und fahren eine andere Route, da wir das alles auch nochmals auf der Westroute besuchen. Der Tag ist total relaxt. Gerd war nochmal in der Stadt und am Nachmittag gabs ein Schläfchen in der Sonne und dann Spiel Casino. Ausgeklungen ist der Abend an der Bar im Camp mit Leberkässemmel. 
21.08. Swakopmundd
Unser Weg führt uns heute nach Swakopmund, an die nördliche Grenze der Namibwüste. Zunächst frühstücken wir in einer kleinen Konditorei in Okahandja. Dort wollten wir schon am Sonntag einkehren, aberda war geschlossen. Auf unserer Weiterfahrt entlang des Tales des Swakop ändert sich die Landschaft, das Buschland verschwindet und je näher wir der Atlantikküste kommen um so mehr gewinnen kargeWüstenpflanzen die Oberhand. Die Temperatur sinkt von 30 auf 17 °C. Die Straße ist gut ausgebaut und über lange Strecken schnurgerade. Gestern haben wir uns für 2 Tage von der Gruppe gelöst, weil wirauf der Westroute auch wieder hier vorbeikommen und uns die Gravelroad zur Spitzkoppe nicht gefällt. Unterwegs erfahren wir von den anderen, daß doch einige festhängen und der Materialschlachterlegen sind. Das Tal des Swakop gleicht vor der Stadt einer grünen Oase und die Stadt selbst kann sich mit unseren Ostseebädern messen, nur daß der kalte Atlantik mit seiner gewaltigen Brandungnicht so beschaulich wirkt. Abends besuchen wir eines der besten Fischrestaurants der Stadt, The Tug auf der Seebrücke. 
22.08. Swakopmund 
Heute wird ausgeschlafen, mit Heizung‼️. Nur mit Tee im Bauch laufen wir an der Küste die Mole entlang. Die Sonne wärmt uns, so dass die Jacken um die Hüften können. Wir frühstücken mit Hackepeter und Leberkäse Brötchen, treffen Mitreisende zum Tee und kaufen mal notwendige Dinge, wie eine neue Pfanne, Nagelschere, Kartoffelstampfer ein. Gerd bekommt neue Schuhe und einen neuen Geldbeutel aus Straußenleder. Sauerteig Brot haben wir uns bestellt, Kaffeekapseln erworben und ja, das Bummeln genossen. Einfach mal Zeit zu haben genießen wir. Die Stadt und das Wetter ist so deutsch, man könnte glatt vergessen in Afrika zu sein😊. Am Nachmittag beschäftigen wir uns nochmals mit den Reiserouten und Alternativen. Patrik gibt uns noch ein paar Empfehlungen. Tatsächlich verläuft die jetzige und dann die Westroute in Namibia gleich. Der Information der Reiseleitung haben wir Glauben geschenkt, dass es unterschiedliche Routen und Erlebnisse sind. Wir haben leider auch nicht die Zeit gehabt uns damit intensiv zu beschäftigen. Am Abend gibt es ein gemeinsames Essen und wir erhalten von Sepp eine Nachricht, das es ihm gesundheitlich besser geht, darauf stoßen wir an. 
23.08. Namib
Bei Nebel und 12°C brechen wir früh auf und fahren mit Kleinbussen nach Walvishbay, einer Bucht südlich von Swakopmund. Die Straße ist über große Strecken eine Palmenallee und die Ferienhäuser am Ufer des Atlantik warten auf Gäste. Im Hafen erwartet uns schon die "silver sun", unser kleiner Katamaran, der uns für etwa drei Stunden über die Bucht und darüber hinaus befördert. Bei dem bestehenden Wind eine wackelige Angelegenheit, die einigen die Farbe aus dem Gesicht treibt. Unsere Begleiter sind Robben und Pelikane, die sich auf dem Schiff heimisch sind. Delfine und Robben begleiten das kleine Schiff selbst bei schneller Fahrt. Wir besuchen eine Robbenkolonie, eine Austernfarm und haben die Gelegenheit Buckelwale zu sehen, die zum Luftholen an die Oberfläche kommen. Ein grandioses Buffet mit Austern, Sekt und allerlei Leckereien schließt die Fahrt ab. Dann warten schon Jeeps auf uns, die uns in die sandige Namib fahren. Unmittelbar am Atlantik beginnt der 2000 km lange und bis zu 160 km breite Küstenstreifen, der zu den ältesten der Erde zählt. Aus den Bergen Lesothos wird über den Oraniefluß der Sand in den Atlantik gespült und wird über den Benguelostrom nach Norden verfrachtet. Dort übernimmt der Wind die Arbeit, den Sand in die Wüste zu tragen. Gleichzeitig mit dem Sand kommen große Mengen Diamanten aus dem Oraniefluß an die Küste, die Namibia zu einem reichen Land machen. Unsere Fahrt geht durch ein Gebiet zur Meersalzgewinnung an der Küste entlang nach Süden und dann über die Dünen zurück. Immer wieder überraschen uns schöne Aussichten zwischen Sand und Meer. Die Anstiege und Abfahrten bis zu 75 % an den Dünen erfordern schon fahrerisches Können. Auch hier gibt es noch ein gutes Abendessen in den Dünen. Abend hat uns Patrick noch einen kleinen Konzertabend organisiert und wir fallen nach dem ereignisreichen Abend müde ins Bett.
24.8. Swakopmund 
Ein Tag ohne Pflichten, Frühstück bis Mittags, Wellness und abends im Jetty zum Sonnenuntergang speisen. Was will man mehr.
25.8. Goanikontes
Wir verabschieden uns von denen, die bleiben wegen Ersatzteillieferungen. In der Stadt gehen wir nochmals in Raths Kaffee und in den Supermarkt einen Dieselzusatz kaufen, den wir beim Tanken einfüllen. Wir hoffen auf weniger Fehlermeldungen. Unser heutiger Platz liegt inmitten einer Mondlandschaft. Er erinnert etwas an die amerikanische bzw. australische Freiheit, mit seiner Dekoration. Mit weniger Luft in den Reifen fährt es sich angenehm dorthin. Den Abend beschließen wir an einem Feuer unter einem gigantischen Sternenhimmel. Das Kreuz des Südens und die Milchstraße decken uns zu. 

27.08. Rostock Ritz
Wir wollen heute den Nationalpark besuchen, doch wir haben nur ein Gemeinschafts-Permit bekommen. Unser Ziel ist es, die Welitschia mirabilis zu finden. Diese Pflanze ist in der Namib endemisch und kann 1500 bis 2000 Jahre alt werden. Natürlich sieht sie mit ihren zwei Blättern, die an den Spitzen auch noch verwelken,  nicht sehr gut aus. An einigen Stellen, auf die am Welitschia drive verwiesen wird, ist sie nicht zu finden. Maria sucht bei den Overländern und wird fündig. In 15 km Entfernung soll es welche geben. Wir fahren dort hin und es gelingt uns, in nächster Nähe sechs Exemplare unterschiedlichen Alters zu finden. An einer können wir sogar die zapfenähnlichen Blütenstände bewundern. Dann geht es über Salzpad und Gravelroad nach Süden durch die Namib. Die Landschaft verändert sich von farbenfroher Sandwüste zu schroffen Gebirgstälern mit tief eingeschnittenen Canyons. Kurz hinter dem tropic of capricorn (Wendekreis des Steinbocks) haben wir in den schroffen Felsen wieder einen sehr schönen Stellplatz. Die Nacht zeigt einen sternklaren Himmel ohne Streulicht.

27.08. Sesriem
Am Morgen begeben wir uns wieder auf die Piste. Die Gravelroad ist wie immer, einmal gut und einmal schlecht. Unser Womo muß viel aushalten. In Solitär, einem kleinen Ort mit Tankstelle und Bäckerei, machen wir Frühstück. Dann erreichen wir unseren Stellplatz im Nationalpark. Am späten Nachmittag fahren wir zur Düne 45 zum Sundowner. Die Spiele des Sonnenlichtes sind sehr beeindruckend. Der Aufstieg ist nicht leicht und der Wind weht den Sand immer wieder in die Spur. Im oberen Bereich kann man genau erkennen, wie schnell der Sandversatz geht und mit eingestäubtem Körper müssen wir die 45 km wieder zurück. Am nächsten Morgen wollen wir dann zum Soussosvlei schon eine Stunde vor Sonnenaufgang starten.

28.8.24 Sossusvlei
Im Dunkeln starten wir im Konvoi in Richtung Sossusvlei. Dort auf dem Parkplatz steigen wir in Jeeps um und erreichen die Düne Big Daddy. Gerade geht die Sonne auf und malt die Düne, beginnend von oben nach unten in herrlicher, strahlender Farbe an. Ziel der meisten Besucher ist Deadvlei, mit seinen 1000 Jahre alten abgestorbenen Kameldornbäumen (Vachellia erioloba). Aufgrund der extremen Trockenheit verrotten sie nur sehr langsam und sind deshalb bis heute erhalten. Gegenüber zeigt sich  Big Mama stolz in ihrer Größe. Zurück geht es entlang der Dünen bis zur Düne 45. Hier platzieren wir uns so, dass sie sich von ihrer schönsten Seite vor unserem Frühstückstisch präsentiert. Dekadent geht immer!!! Ein Besuch im Sesriem Canyon beendet unseren Ausflug. Am Abend gibt es einen Spaziergang zur Sesriem Lodge, zu einem noblen Abendbüffet, welches keine Wünsche offen lies. 

29.8. Duwisib Guestfarm
Als wir am Morgen erwachen, werden wir tüchtig durchgeschüttelt. Starker Wind und Sand fegen um uns herum. Wir sortieren uns und machen unsere WoMo reisefertig. Nach einem warmen Tee fährt mich Gerd zu den Sanitäranlagen. Ich dusche und Gerd tankt Wasser. Dann geht’s tanken und wir frühstücken noch an der Tanke. Es ist ungemütlich und wir sind froh wieder im WoMo zu sein. Dann geht es entlang der Nubibberge Richtung Schloß Duwisib Castle. Unterwegs ist die Pad/ Piste recht vernünftig. Immer wieder kommen wir an Lodges und Farmen vorbei. Lediglich ist der Sand und Staub sehr exorbitant lästig und hat außen wie innen sein Werk vollbracht. Also wird auf dem Platz erst mal geputzt. Das Schloss selbst, seiner Optik, Lage und Entstehungsgeschichte wegen – ist eine der skurrilsten reichsdeutschen Kolonialbauwerken des Landes. Das Herrenhaus wurde 1908 im Stil des Historismus erbaut. Mit seinen roten Mauern, Wehrtürmen und Zinnen erinnert es an eine mittelalterliche Festung. Am Abend gibt’s ein Farmeressen mit vielen Geschichten. 
30.08. Aus
Bei der Ankunft in Aus wird entstaubt und Luft aufgepumpt. Etwa 800 km Pad, Gravelroad oder auch Waschbrettpiste der Namib liegen hinter uns. Ein für Menschen unwirtliches Land und doch auch schön. Berge, Dünen, Wüste, Steppe und Sand mit viel Staub waren unsere Begleiter. Die sternenklaren Nächte und die Einsamkeit auf den Straßen und dann doch wieder eine Farm bringen auch Begegnungen mit sich. Eine Farmerin, die im Wohnwagen ein kleines Cafe betreibt, erzählt uns von der Schönheit der Landschaft, wenn es einmal regnet und zeigt uns mit Stolz ein kleines Fotoalbum. Das letzte Mal vor 9 Jahren. Jetzt haben sie das Vieh in die Berge getrieben weil es dort noch Futter gibt. Ein Farmer erzählt davon wie schwierig es ist das Vieh und das Wild zu erhalten, wenn das Futter nicht reicht. Doch im letzten Jahr waren die Lämmer zu fett geworden und es gab Preisabschläge. Überall gibt es Wilderzeugnisse zu kaufen und wir nehmen geräucherten Orix-Schinken mit. Die Farmen sind selten kleiner als 50000 bis 10000 ha. Man rechnet mit einem Rind auf 20 ha Weide. Auf unserem Weg sehen wir viele Orix-Herden. Die Berge auf der einen Seite, der blau-silberne Streifen Gräser und die farbigen Dünen auf der anderen Seite liefern ein beeindruckendes Bild der Landschaft. Wir haben dann den Sandsturm am Morgen bald vergessen.
31.8. Lüderitz 
Auf dem Weg nach Lüderitz wandelt sich die Landschaft wieder zur Sandwüste, aber mit gutem Asphaltbelag. Nach 20 km fahren wir zu einem Wasserloch zu den Wildpferden der Namib, deren Ursprung in der frühen Kolonialzeit vermutet wird. An den Diamantminen vorbei erreichen wir das kleine Städtchen und unseren Stellplatz an der Spitze der Shark-Island mitten in der Bucht am Atlantik. Das lädt zu einer Skatrunde ein. Abends gehen wir mit Freunden zum Essen in eine kleine Bar und es gibt Austern und andere Meeresfrüchte von ausgezeichneter Qualität. 
1.8. Kolmannskuppe
Heute besuchen wir Kolmannskuppe, Geisterstadt in der Namibwüste. Nachdem Kolmanskuppe während des Diamantenbooms um 1910 eine der reichsten Afrikas wurde, verließen alle Einwohnerin den folgenden Jahrzehnten die Stadt. Kolmanskuppe wurde eine Geisterstadt. 

https://www.info-namibia.com/de/aktivitaeten-und-sehenswuerdigkeiten/luederitz/kolmanskuppe

Den Nachmittag verbringen wir gemütlich hier auf dem herrlichen Platz. Abends verabschiedet sich Patrick und wir gehen noch genüsslich essen. In der Nacht zieht Fön auf, so das es relativ warm im Bett ist- dachten erst, es ist die Heizung. 

2.8. Keetmanshoop

Bei 28 Grad und klarer Sicht erwachen wir am Atlantik , das ist sehr untypisch. Wir fahren jetzt zurück über Aus und frühstücken im Bahnhofshotel. Es geht relativ monoton weiter. Die Straße geht ewig schnurgerade aus, nur der Horizont wechselt. Einen Stop legen wir in Seeheim ein, der Ort besteht nur
aus dem gleichnamigen Hotel. Das solide Steingebäude wurde 1896 für die Unterbringung der deutschen Schutzgruppe gebaut. Eine wunderschöne Anlage, mitten im Nichts. Gerade ist Orangenernte, wir trinken frischen O Saft und essen, unserer Meinung nach, den besten Apfelkuchen Namibias. An Keetmanshoop fahren wir vorbei zum Stellplatz, nahe dem Köcherwald. Am Abend lernen wir Bart, unseren Reiseleiter für Südafrika kennen. Zwischendurch geht es zum Sonnenuntergang in den Köcherwald. Normalerweise wächst er einzeln und die Besonderheit hier ist der Wald. Im Sonnenuntergang sehr futuristisch anzusehen. Mit Lutz und Bernhard genießen wir das selbst zubereitete Dinner. Der Abend endet noch mit einem kleinen 🎵von Bernhard an die Köchin. 
03.09. canyon Roadhouse 
Von unserem Platz im Köcherbaumwald geht es über Keetmanshoop an den Fishriver zum  Naute-Staudamm. Dort werden wir schon in einer Destillerie erwartet. Mit dem Bau des Staudamms wurde die Wasserversorgung von Keetmanshoop gesichert. Von der Regierung wurde dann ein Obstbaugebiet erschlossen und Datteln sowie Tafeltrauben für den Export nach Europa produziert. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen der EU bleiben große Teile der Früchte zurück und können nur noch anders verwertet werden. Dazu werden sie von einer Familie mit ihren Angestellten zu Alkohol verarbeitet. Es wird Wein, Gin, Likör, Grappa und Kognak produziert. Auf einer guten Gravelroad erreichen wir das Canyon-Roadhouse, unseren heutigen Campingplatz. Es ist ein Kultobjekt.

4.9.24 Fish River Canyon Ai-Ais
Bei Sonnenaufgang fahren wir los zum Fish river canyon. Es sind nur etwa 25 km. Nach dem Nationalpark Gate sind wir die ersten am Aussichtspunkt dieses großartigen Naturphänomen. Wir fahren noch einige km weiter bis zum Hikers Point,  am Ende der Straße. Der Anblick der tiefen Schlucht ist überwältigend. Ein steiler Pfad führt bis hinunter zum Fluss und geht über etwa 85 km bis Ai-Ais, den fitte Wanderer in vier bis fünf Tagen erwandern. Nach einem guten Frühstück am Aussichtspunkt fahren wir weiter durch die beeindruckende Landschaft am Rande des Canyons bis wir die heißen Quellen von Ai-Ais erreichen. Hier treffen wir wieder auf unsere Reise Freunde die wegen einer Autoreparatur in Swakopmund und Windhoek aufgehalten wurden. Im Schwimmbecken entspannen wir und genießen den Rest des Tages.


Wir verlassen Namibia, kehren jedoch auf der Rückfahrt zurück. Nun geht es nach Südafrika!