24.2.25 unterwegs in Mauretanien 
Wir starten bei Tagesanbruch Richtung Grenze. Unterwegs wird noch eingekauft und getankt. Das Prozedere läuft wie immer. Etwas Geduld, das Chaos ertragen und nach knapp 2 Stunden schleichen wir in Mauretanien durch den Diawling Nationalpark. Der befahrbare Damm durch das Naturschutzgebiet ist eine Herausforderung. Wir meistern es nach dem Motto, schlimmer geht immer'. Eine gigantische Vogelwelt, Warzenschweine, Dromedare und natürlich Zuchttiere säumen den Weg. Unser Schlafplatz ist eine große Freifläche an der Straße, aber ruhig. Am Nachmittag bläst der Wind tüchtig. 

25.2.25 Alak oder Aleg
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir durch Sandwehen, Reisfelder und Wüstenmelonen Plantagen. Sie werden medizinisch genutzt, zur Herstellung von Medikamenten. 
Etliche Riesen-Milchsterne gibt es hier auch, der Milchsaft ist giftig, hat aber auch eine heilende Wirkung und wird in der traditionellen Medizin verwendet.  Er wird in der traditionellen Medizin verwendet. 
Unterwegs durch die Dörfer weht der Sand heftig, es wirkt für uns, wie ein lebensfremder Raum. Irre wie die Menschen das hier hinbekommen, völlig eingewickelt um dem Sand zu strotzen. Die farbigen Dächer der Nomaden Hütten machen die Dünen/ Wüste bunt. In Aleg/ Alak stehen wir bei einem Hotel, abends lässt der Sturm nach und wir kochen zum Abend mit Mitfahren. Leider müssen sie morgen auf relativen direktem Weg fahren, da unser Hymer Zwilling Elektronik Probleme hat. 
26.2.25 Tidjikja
Heute machen wir wieder Strecke durch die Wüste, eigentlich fahren wir nur 350km gerade aus. Die Straße ist super, hin und wieder ein kleines Stück nicht ganz so glatt. Was uns aufhält sind die Checkpoints ( 12 habe ich gezählt). Man will von uns ,Fiche'. Das ist ein Zettel, auf dem unsere persönlichen Daten stehen und die von unserem Auto. Auch die Pässe werden fotografiert. Was mit den Zetteln passiert, wissen wir nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, man könne auch den Einkaufszettel abgeben. 
Ab und zu hat die Wüste eine gelbe und später grünliche Grasnarbe. Die Kuherden erscheinen hier auch größer. Eine Serpentine führt uns durch Steinwüste, so das der Wind nicht so viel Sand mitbringt. Wir machen eine Kaffeepause und genießen die Aussicht ins weite Tal, im Hintergrund riesige Sandberge. 
Tidjikja, die Hauptstadt der Region Zentral Mauretanien ist bekannt für seine traditionelle Architektur und die Dattel Palmen Haine. Hier stehen wir in einer Auberge, etwas geschützt vor den Sandwehen. 
27.2. unterwegs bei Aoujeft
Beim losfahren haben wir 12 Grad. Die Nächte sind wieder angenehmer. Morgens blickt man mit freier, klarer Sicht in die Landschaft. Klare Luft!!! 
Die Dünen faszinieren, bis sie über die Straßen geweht sind. Beim 1. Mal stecken bleiben schiebt Paul mit mir, beim 2. Mal schaffe ich es alleine und ab da brauchen wir mehrmals Hilfe von den Großen! Wir werden gezogen von Einheimischen, von Axel und Petra, von Martin, Lino und Claudia.  Axel räumt das Seil gar nicht mehr weg. Auch Lino hat zu tun, einige andere Fahrzeuge sind auch dem Sand ausgeliefert. Vor dem Abzweig umfahren wir eine Düne und somit auch die Kontrolle. An den nächsten Dünen hat uns freddysaurus mitgezogen, eine Schweizer Familie. Sie haben uns erzählt, dass es besser ist, da es wohl bei einem Fahrzeug von uns ein größeres Problem gäbe. Also hängen wir an ihnen und später wieder als Freifahrer. Irgendwann stoppt der freddysaurus und fragt uns, wann wir Feierabend machen. Dann kommt ein Gruppenfahrzeug und erzählt, dass zwei andere ab 16:00 einen Platz suchen. Sie kommen uns dann entgegen und wir stehen wunderschön im Schoß einer Düne. Nach der Ankunft gibt es eine gemütliche Runde mit der vergrößerten Gruppe. Freddysaurus reist mit 6 Personen und 2 Hunden. Abends sitzen wir nach zusammen, unter dem Sternenzelt. 
28.2. Terjit
Gemeinsam starten wir auf den Weg. Nur Lino und Claudia schleppen das Paar mit dem kaputten Auto früher vom Platz. Bis zur nächsten Stadt Atar sind es knapp 200 km. Geschlafen haben wir göttlich, keine Geräusche, keine Mücken, angenehme Temperaturen. Irgendwie hatte der Schutz der Düne etwas magisches. Heute treffen wir sogar einen Radlader, der die Verwehungen der Monsunwinde zu beseitigen versucht.
Die Landschaft unterwegs ist erst ähnlich der gestrigen, dann aber breitet sich ein Canyon und riesiges Tal vor uns aus. Wir schlagen unser Lager in Terjit auf, am westlichen Rand des Adrar-Plateaus. Die Oase ist von drei Seiten durch hohe Felswände vor der Sonne geschützt. Am Nachmittag sitzen wir im Schatten eines Baumes und bekommen Tee serviert: der erste ist bitter wie das Leben, der 2. süß wie die Liebe und der 3. sanft wie der Tod. Zum Abend gibt es Dromedar mit Reis und Gemüse.

1.3.25
Nach einem ausgedehntem Frühstück starten wir zu einem Spaziergang in die Oase. 🏝️ Beim Eingang wird der Kassierer gesucht😊. Plötzlich fühlen wir ein völlig anderes Klima, angenehm. Das Wasser plätschert, die Vögel singen, eine so schöne Atmosphäre. Irgendwie verplempert sich der Tag mit Putzen und spielen. Abends sitzen wir nunmehr noch zu siebend am Tisch. Ein Pärchen fährt selbst zum Auge der Sahara und ist deshalb schon heute gestartet. Patrick fährt mit in die Werkstatt, da jetzt recht klar ist, was am Auto defekt ist, es müssen Entscheidungen getroffen werden. Claudia und Lino sind zwar da, aber sie sind krank. 
Heute sind wir ein Jahr unterwegs 🚸
2.3. Atar
Heute fahren wir nur 40 km, deshalb geht es früh gemütlich zu. Wir gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück. Gegen Mittag erreichen wir Atar und stehen auf einem gemütlichen Platz. Es ist recht eng, danoch ordentlich andere Gäste da sind. Später rollen auch Paul und Marie Anne wieder selber auf den Platz. Am Nachmittag sitzen wir zusammen und diskutieren über Gott und die Welt. Gemeinsam essen wirzu Abend. 
3.3.25 Quadane
Wir starten in 4 Toyotas, unsere Häupter eingehüllt Tücher, gegen den Sand. Als erstes stoppen wir am Amoghar-Pass bei Felsmalereien, die  ca. 8000 Jahre alt sind. Hier gibt es herrliche Aussichten in den Canyon. Weiter geht es nach Chinguetti, den ältesten besiedelten Ort in der Sahara- ca. 7-800 Jahre alt. Der Ort ist ein Zentrum alter Handelswege der Karawanen. Sie gilt als eine der 7 wichtigsten Stätten des Islam. 
In der Stadt gibt es fünf alte Bibliotheken mit wissenschaftlichen und Korantexten, viele von ihnen aus dem Spätmittelalter. Ca. 3 Millionen Manuskripte auf Gazellenhaut geschrieben lagern in dem Ort. Eine dürfen wir besichtigen. Wir bekommen eine 1000 Jahre alte Schrift gezeigt, sehen den kleinsten Koran und astrologische, sowie lyrische Schriften. Mit einem Gedicht verabschiedet uns der Hüter der Bibliothek und wir singen ein Schweizer Volkslied. Wir besichtigen noch die Altstadt, die aber nicht mehr bewohnt ist. Die ortsübliche Architektur der älteren Stadtteile besteht aus Häusern aus Stein und Lehm mit Patios, die sich an schmalen Gassen jeweils um eine Moschee mit Minarett drängen. Unterwegs gibt es immer wieder kleine Stopps. Pause machen wir in einem Dorf und genießen eine Teezeremonie und Lunch. Natürlich gibt es wieder 3 geschäumte Tees. Mit einigen Fotstopps und einem Gebetsstopp erreichen wir Ouadane. Die Stadt wurde 1147 vom Berberstamm der Idalwa el-Hadji gegründet und entwickelte sich bald zu einer der wichtigen Karawansereien und Handelsniederlassungen in der westlichen Sahara. Hauptsächlich tauschten die Händler Gold aus der Sudanzone gegen Datteln und Salz aus der nördlichen Wüste. Wir genießen den Sonnenuntergang über der Stadt und es donnert und blitzt, aber nur mit sanftem Regen! Nach dem gemeinsamen Essen fallen wir in die Träume. 
4.3.25 Guelb er Richat/ Auge der Sahara
Nach einem guten Frühstück starten wir die Besichtigung der historischen Stadt Quadane. Die tausend Jahre alten Gemäuer mit engen Gassen und mehrstöckigen Gebäuden lässt die frühere Bedeutung der Stadt in der Wüste erahnen. Danach geht es auf die  Piste durch viel Sand zum Highlight unseres Trips. Unterwegs treffen wir die zwei, die selbst gefahren sind. 
Das Auge Afrikas, Bull’s Eye oder Auge der Sahara genannt, ist eines von fünf ringförmigen, kraterähnlichen geomorphologischen Gebilden in Mauretanien im Westen der Sahara.
Guelb bedeutet in der arabischen Sprache „Herz“. Die Ringhügel liegen in der Region Adrar etwa 30 Kilometer nordöstlich der Kleinstadt Ouadane. 
Hier zu sein ist schon etwas Besonderes, die Naturgewalten haben hier etwas Außergewöhnliches , etwas Magisches geschaffen, was tief beeindruckt.
Die Aufnahmen sind aus unserem Polarstep und eine Aufnahme vom Spiegel. 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/mauretanien-astronaut-fotografiert-auge-afrikas-in-der-sahara-von-der-iss-a-b9b1ae28-702a-4de6-adfc-2cb3aa3c8a51

4.3.Atar
Zügig geht es die Hauptpiste zurück, man hat das Gefühl, die Crew will nach Hause. In Atar angekommen geht's unter die Dusche, wir geben Wäsche ab und eine allgemeine Planung beginnt. Noch ist mit der Mitfahrt auf dem Eisenerzzug nichts geklärt. Somit machen die fitten Allrader einen Plan ggf. mit den Fahrzeugen selbst gefahren. Nach dem gemeinsamen Essen schauen wir eine Dokumentation über den Wüstenzug und einen alten Film , Der rote Kosar'. 

5.3.25
Heute ist Haushaltstag. Wir frühstücken im Restaurant, dann fahren wir in den Ort tanken, Auto grob waschen , einkaufen und eine neue SIM Karte besorgen. Es sind angenehme 20 Grad und hin und wieder etwas Regen. Der Tag wird einfach vertrödelt und abends nochmals gemeinsam gegessen. 
06.03.25 Chami
Wir warten früh immer noch auf die Zusage für den Zug. Leider ist unsere Plattform mit Franzosen beladen wurden, wahrscheinlich weil wir nicht vor Ort waren. Nun geht es über Asphalt Richtung Hauptstadt, vor dieser biegen wir Richtung Norden ab. Ein Teamfahrzeug ist auf gut Glück zum Verladebahnhof gefahren und kommt wohl morgen auf den Zug. Auf die Berichte sind wir gespannt. Nun sind nur noch die zwei Nichtallrader mit dem Reiseleiter unterwegs, die anderen fahren an der Bahnlinie und einige sind schon in Marokko. Wir verlassen das Adrar-Plateaus mit seinen Erhebungen und Schluchten und natürlich Dünen. Später wird die Landschaft endlos flach. Leider bleiben wir 3 Fahrzeuge auch nicht zusammen. Das reparierte Auto ist wieder kaputt. Patrick schleppt es jetzt in die Hauptstadt. Dort kommt Paul besser mit dem Flieger weg um das Orginal Teil zu holen. Wir fahren jetzt alleine weiter und verbringen die Nacht an einer Tankstelle. 
7.3.25 Villa Maguela / Nouadhibou
Wir starten mit den LKWs, die Nacht war sehr frisch (14Grad). Für das Frühstück suchen wir uns ein schönes Plätzchen. Diese Strecke kennen wir schon, diesmal aber sieht alles freundlicher aus, ohne Sandsturm. Die letzten 100km fahren auch wir an der Bahnstrecke entlang, allerdings auf Asphalt, eben auf der anderen Seite der Gleise. In Nouadhibou fahren wir zum Hafen und schauen nach der Entladung der riesigen Züge mit Eisenerz. Die Züge wirken endlos. Die Rampe und leere Plattformen stehen zur Verfügung, doch der Beamte steht bei unserem Gespräch nicht mal von seiner Liege auf. Er würde uns eine WhatsApp schicken, wenn es passen würde, für uns klang das so, wenn sie Lust hätten. Victor erzählt uns, das die einfach keine Lust haben, die Fahrzeuge zu verladen. Wir suchen uns einen herrlichen Platz am Leuchtturm. 2 deutsche Paare stehen schon da. Doch nach 2 Stunden brechen wir zur Villa Maguela auf. Der Sturm ist dort so heftig. Hier treffen wir Leute aus der Zebrabar und ein Paar aus unserer Gruppe, die schon länger alleine unterwegs sind. Mit  allen Gästen wird wieder recht familiär zu Abend gegessen.

08.3.25
Heute haben wir endlich Gas aufgefüllt und das Auto ziemlich geputzt. Ansonsten ist der Tag im Flug vergangen, Reiseerfahrungen mit anderen ausgetauscht und am späten Nachmittag kam Patrick, unser Guide. Morgen werden die anderen, laut Plan, auch ankommen. 

9.3.25
Schon am Vormittag kommen Axel und Petra angefahren. Wir sitzen bei Kaffee und werten die Erlebnisse aus. Am Nachmittag treffen dann alle Sanddünenfahrer ein und verbreiten große Freude mit ihrem Abenteuer. Einig verrußte Männer treffen noch ein, die vom Zug abgestiegen sind, mit verkohlter 🎸. Selbstverständlich essen wir gemeinsam zum Abend und es geht noch richtig gemütlich zu. 
Eine traurige Nachricht gibt es noch, dass Fahrzeug von Paul braucht mindestens 9 Tage bis zum beschaffen der Teile. So wie es ausschaut werden wir sie auf dieser Route nicht mehr sehen. 

10.3.25
Es wurde entschieden, das wir noch einen Tag bleiben. Die Tour war für die 4 Fahrzeuge schon anstrengend. Wir fahren am Vormittag mal in die Stadt etwas einkaufen und nehmen ein paar Jugendliche mit. Der eine hat zu Fuß und mit 🎸 über 6 Monate Westafrika bereist, genau die Länder, wo wir zu Hause waren. Wir gehen einkaufen und sitzen dann schön am Wasser. Für den Nachmittag ist Kaffee und Kuchen geplant und morgen verlassen wir Mauretanien. So große Lust hatten wir nicht auf dieses Land. Wir sind positiv überrascht von der Schönheit der Natur, der Abgeschiedenheit der Wüste und den so freundlichen Beduinen und ihrem Kulturgut. Morgen geht es nach Marokko. 

Morgen geht es nach Marokko