06.12. Moanda
n der Morgendämmerung starten wir und erleben den Sonnenaufgang in den angolanischen Bergen. Pünktlich 7:30 stehen wir als 2. Fahrzeug an der Grenze, es wird jedoch erst 08:00 geöffnet. Was dann
passiert ist in unserem Vorstellungsvermögen nicht vorhanden. Eine Menschenwalze und zig Motorräder drängen durch das Tor. Nachdem wir dieses passiert haben, ist der engagierte Fixer
(Verfahrensbeschleuniger) nicht da. Also gehen wir zur Emigration. Natürlich vor der Tür: viele Menschen. Als der Beamte die ersten Schübe reinlässt, fasse ich mir Mut und gehe vor. Und ich habe
Glück, er spricht englisch (wir befinden uns territorial im Portugiesischen und gehen ins Französische Sprachen mäßig) und nimmt unsere Pässe und uns mit. Die Fahrzeuge werden eher aus Neugier
kontrolliert und Fotos gemacht. Mit allen Stempeln reisen wir nach einer Stunde ins Niemandsland. Nun geht es über den Grenzfluss Luvo. Dort sortieren die Beamten mit Schlagstöcken die Menschenwalze
und Mopeds. Irgendwie haben sie die Brücke für uns frei gemacht. Bei der Einreise in die Demokratische Republik Kongo werden uns sofort die Pässe abgenommen und wir werden zum Scanner begleitet. Und
siehe da, dort wird gerade unsere Gruppe gefilzt. Hier kommt dann auch im Gewirr der. Nicolaus. Martin gab uns telefonisch den Tip nicht zu sagen, das wir zur Gruppe gehören. Ein Blick ins WoMo
(dort gab es für alle Wanerwaffeln) und wir hatten unseren Passierschein. Noch Pässe holen und den Stempel ins Carnet de Passage (Pass vom Wohnmobil). Nun sind wir eingereist und kommen in den
Grenzort. Also Transitverkehr und Markttreiben beidseitig der Straße miteinander. Hier durchzufahren war eine Herrausforderung. Die Landschaft ist hier ein völlig anderes Bild, saftige Bergwiesen,
Baum und Palmengruppen. Die Durchfahrt durch Matadi- eine Großstadt am Kongo, gefühlt nur Markt verbraucht viel Zeit. 2 Stunden davon stehen wir auf dem Fleck. Später geht es dann über die
Kongobrücke, mit interessanten Aussichten. Unterwegs gibt es wieder völlig ausgenutzte Transportfahrzeuge. Auf dem Moped haben 5 Leute hintereinander Platz. In einen kleinen PKW passen 9. Nach oben
gibt es keine Grenzen. Das Internet ist sehr mangelhaft, so erhalten wir erst zu spät einen neuen Platz. Wir fahren dann leider noch in den Sonnenuntergang und die Dunkelheit und sind froh einen Teil
der Gruppe zu erreichen. Die letzten Tage war schon Fahrmarathon. Am Abend machen uns die 31 Grad mit höchster Luftfeuchte zu schaffen. Trotzdem haben wir schnell was gekocht.
07.12.24 Cabinda
Eine mehr oder wenigerer als Straße zu bezeichnende Piste fahren wir ca.40km (2:45) im kleinen Konvoi. Zu guter letzt wird dafür noch Straßennutzungsgebühr erhoben. Diese soll bei 75US Dollar
liege🤣. Begründet wurde das ganze, das mindestens 25 Personen mitfahren könnten. Nach Diskussionen mit Regenguss lassen wir uns alle auf 25 US Dollar ein. Nur die LKW zahlen 75. Wir haben 32 Grad
und 100% Luftfeuchtigkeit, waschen ist out- nur abwischen, genug Wasser am Körper 😊.
3 km später sind wir an der Grenze. Ausreise, Zoll, Einreise Cabinda ( Enklave Angola), Zoll und..es sind mehr als 4 Stunden und zig Fotos und Kopien gemacht. Sogar Fieber wurde gemessen, alles
für 1 Tag Transit. Nachdem wir endlich in Cabinda, der Enklave von Angola sind versuchen wir zu tanken. Es gelingt uns, meine Frechheit und ein Bakschisch ( Bestechung ) lassen uns schnell zur
Zapfsäule. Noch die letzten Kwanza ausgeben, wir haben noch ca. umgerechnet 135€ im ShopRite. Wir kaufen Wein, Gin, Brandy, Parmaschinken( 5 Scheiben 10€). Aber das wird der letzte sein. Gerd
packt seine Packung zurück und meine geht an der hinter uns an der Kasse stehenden Schlange zurück. Wir haben das Bargeld überzogen und für den Rest funktioniert keine unserer Kreditkarten. Die
Afrikaner in der Schlange nehmen das gelassen und beruhigen uns für unseren Stress. Inzwischen stehen auch Sicherheitsbeamte um uns und unseren Einkaufswagen. Jetzt wird auch meine Packung
Parmaschinken zurückgegeben und wir dürfen mit freundlichen Wünschen unser Eingesammeltes zum WoMo fahren, selbst am Ausgang dürfen wir ohne Kassenzettel Kontrolle durch- man kennt uns. Abends
grillen wir noch das gekaufte Steak, was wirklich köstlich ist und versuchen mit einer Dusche unseren Körper von dem vielen Schweiß zu befreien.
8.12.24 Pointe-Noire
Heute kommt erstmal die letzte Grenze für die nächste Woche. (Cabinda-Republik Kongo) Für die 50km benötigen wir 3 Stunden. Wir fahren an Mangroven und dem Atlantik entlang, die Landschaft
istsehrschön und es gibt weiße Strände. Die Ausreise verläuft relativ easy. Zwischenzeitlich haben wir telefoniert, e-Visa gemacht und gefrühstückt. Geld haben wir auch bei einem Dealer
getauscht.DieEinreise dauerte auch etwas, wir und auch die Autos wurden von Interpol gecheckt und das sehr gründlich. Polizei, Versicherung (mit einer alten Schreibmaschine aus den 70igern),
Zoll,Carne,alles in allem 4 Stunden. Dann kommts Dicke. Alles was wir bisher an Straßen erlebt haben, war super Zustand. In Schrittgeschwindigkeit kommen wir zu unserem heutigen Stellplatz. Durch
dieStadt sinddie Löcher mit Wasser gefüllt und 60 bis 80 cm tief. Nun erst mal durchatmen und eine Woche keine Grenze!!! Wir stehen direkt am Strand und genießen in dem Restaurant Getränke,
Essen,Dusche und etwas Urlaubs Flair.
09.12.24 Dolisie
Eine, anfängliche abenteuerliche Fahrt befördert uns aus der Stadt. Innenstadtstraßen außerhalb unserer Komfortzone. Dann kommen wir auf die N1, die sich auf Serpentinen durch den Urwald
schlängelt. Wunderschöne Aussichten und auch gute Straße bis zu unserem Stellplatz an einem Hotel mit Pool.
10.12.24
Heute ist Ruhetag, man kann zu einem Wasserfall wandern oder Gold schürfen. Wir bleiben hier und kümmern uns um unser Auto. Der Pool bringt Abkühlung und abends gibt es ein Gruppenessen im
Restaurant. Der Ausflug zu den Wasserfällen hat sich so hinaus gezogen, dass die Goldschürferei ausfallen musste. Am Abend gab es ein Gruppenessen. Gemütlich und mit Starkregen ging der Tag zu
Ende.
11.12.24 Brazzaville
Brazzaville ist die Hauptstadt der Republik Kongo. Die Fahrt dorthin ist ein besonderes landschaftliches Erlebnis. Die Bergwelt zieht kurvig an uns vorbei, die Straße ist perfekt, aber auch
mautpflichtig. Wir stehen an der Straße vor der Agentur, die unsere Touren planen. Irgendwie skurril, wir sitzen gemeinsam zwischen 2 Autos und sind erstaunt, was es bis in die späten Abendstunden
aufzutafeln gibt.
12.12.24 Brazzaville
Heute ist Stadtrundfahrt in Brazzaville. Die Stadt am Kongofluss hat leider nicht viel zu bieten. In der kurzen Stadtgeschichte, die von der Sklaverei geprägt ist, gibt es einige Denkmale, die an die
schwere Kolonialzeit und die Neuaufteilung der Welt unter die europäischen Kolonialmächte erinnern. Der Kongo ist vom Inland her gut schiffbar, aber von hier nach Point Noir gibt es zahlreiche
Katarakte und von hier mussten im Lauf der Jahre 55 Mio Sklaven den Fußmarsch zum Atlantikhafen aufnehmen, um von dort auf die Plantagen nach Amerika verschleppt zu werden. Die Visa für Kamerun
müssen persönlich bei der Botschaft abgeholt werden und der Botschafter möchte noch ein Gruppenfoto. Nach drei Stunden sind wir fertig und kommen mit Verspätung ins Restaurant. Dafür sitzen wir in
einer bemerkenswerten Kulisse mit Blick auf die Stromschnellen des Kongo und auf Kinshasa am gegenüberliegenden Ufer. Abends ist Meeting mit Mainz zu aktuellen Problemen.
Freitag der 13.12. 🍀
Heute war unsere letzte Nacht in diesem Wohnmobil. Leider bringt es uns nicht weiter voran. Wir fliegen nach Hause und unser Gefährt kommt mit dem Schiff. Wir verbringen dann die Feiertage zu
Hause und starten dann im Januar mit unserem klassischen Wohnmobil von Genua mit der Fähre nach Marokko und hoffen, dann in der Nähe von Dakar wieder bei der Gruppe zu sein. Ja und dieses
Wohnmobil werden wir nach Ankunft den Vertrag zurück abwickeln. Leider sind wir kein Einzelfall. Auf der Panamericana haben derzeit 3 Sprinter ähnliche Probleme, es handelt sich um die neuen
Modelle mit Doppelturbo. Die Entscheidung ist sehr schwer gefallen, aber alle Reparaturen haben die Probleme ( nicht über 2000 Umdrehungen und mit dem Diesel Partikelfilter) nicht abstellen
können.
Die Gruppe muss heute noch mit den Fahrzeugen zum Tourismus Ministerium. Wenn dieser Termin nicht wahrgenommen wird, ist die Ausreise gefährdet. Papiere und Schlüssel sind an die Agentur
übergeben und nun noch etwas aufräumen, morgen Mittag geht unser Flug. Sobald wir wieder starten, geht es hier in Polarsteps an dieser Stelle weiter.