04.06.2024 Sololo
Heute gab es ein gemütliches Erwachen.
Nach 8:00 ging es Richtung Grenze. Alles lies sich erstmals gut an . Ausreise Äthiopien 🇪🇹- Einreise Kenia 🇰🇪 . Dann kamen die WoMos an die Reihe und hier war Geduld gefragt. Die
nichteingetragenenFahrer im Carnet de Passage kümmern sich um SIM Karten. Leider wird das den Besitzern deutscher Pässe verwehrt- gibt es nicht im System. Gegen 14:00 wird entschieden, dass wir
diegeplante Streckeabkürzen. Wir fahren noch ca. 100 km und stehen auf einem ruhigen Natur Camp.
5.6. Archers Post
Weiterreise, unterwegs tanken, einkaufen und Auto waschen. Wir stehen auf Umoja Womens Cultural Camp, einer Community. Wasser und duschen, einfach alles da. Wir machen unser Mobilhome gründlich
sauber und holen auch die Waschmaschine raus. Nach dem Essen sitzen wir noch gemütlich im Wind am Fluß mit einem Glas Wein. ( ohne Mücken)
6.6.24 Samburu National Reserve Das ist Afrika . 🦁🦒🦓
06:00 starten wir zum Game Drive in den Nationalpark. Unser Fahrer trägt die traditionelle, bunte Kleidung, mit der er sich auch stolz fotografieren lässt. Heute sind wir absolut versöhnt mit den
Strapazen des Transfers, wir sind da, wo wir hin wollten. Unterwegs geht’s zum Picknik in eine Lodge und auf dem Stellplatz zurück werden Bilder und Erlebnisse überprüft.
07.06. Naibor Sol Pecheta
Wir verlassen unseren Stellplatz am Rande des Samburu-NP früh am Morgen und fahren Richtung Äquator. Von der Savannenlandschaft wechselt sich die Umgebung als wir die Berge erreichen. Große Felder,
die zu entsprechend großen Landwirtschaftsbetrieben gehören, wechseln sich mit Gewächshausanlagen und Waldgebieten ab. Das Klima ist fast europäisch bei 25°C und es gibt grüne Rasenflächen. Der Mount
Kenya ist nicht weit und unser Stellplatz könnte auch irgendwo in Südeuropa sein. Und das alles am Äquator ist für uns unvorstellbar. An einem traditionellen Markt kaufen wir Gemüse und in einer
modernen Einkaufsmeile füllen wir unsere Vorräte auf, bevor wir 10:00 unseren Stellplatz erreichen. Hier haben wir online Meeting für die Westroute. Nach dem Mittag trudeln alle anderen ein, es
wird geräumt, geputzt und geschrieben.
08.06.24 Nairobi
In der Nacht haben wir Temperaturen wie zuhause, es sind nur 10 °C, aber wir sind auch fast 2000 m hoch. Unser heutiges Ziel ist Nairobi. Um 8:00 haben wir uns am Äquator verabredet. Wir fahren am
Mount Kenya vorbei, über dem gerade die Sonne steht, auf dem Foto sieht man nur die Silhouette. An der Straße gibt es wieder große Felder die bestellt werden oder die Ernte in vollem Gange ist.
Auffällig sind viele Sägewerke und Möbeltischlereien. An der Autbahn wird über weite Strecken gearbeitet so daß wir Mühe haben, einen Stellplatz für eine Pause zu finden. Die Ortsdurchfahrten sind
immer wieder mit den wirkungsvollen Bumps bestückt, die volle Konzentration verlangen. In Richtung Stadtzentrum gibt es einige chaotische Staus, die wir mit viel Geduld durchfahren müssen. Dann
schnell noch ein Abstecher zu Helmut seiner angeheirateten Verwandtschaft, bei der wir mit großem "Hallo" empfangen werden. Der Chef der Firma will sehr viel zu unserer Reise wissen und wir können
seinen Wissensdurst stillen. Nachdem die Besichtigungsrunde beendet ist, verabschieden wir uns herzlich von Janett und ihren Kollegen. Am Nachmittag erreichen wir unseren Stellplatz bei schönem
Wetter. Durch die Regenfälle der letzten Tage ist der schöne Rasenplatz sehr aufgeweicht und gegen Abend kommt wieder ein Regen, auch das ist nach der langen regenfreien Zeit eine gute
Erfahrung.
09.6. Nairobi
Heute ist Ruhetag. Ausschlafen, mal wieder klar schiff machen und quatschen. Leider muss unser Bernhard am Arm nun doch noch operiert werden. Ist heute ins Krankenhaus. Abends sehen wir gemeinsam
einen Film über den Eisenbahnbau in Afrika ,Der Geist und die Dunkelheit‘.
10.06. Nairobi
Drei Tage Nairobi sind für die 8 Millionen Metropole ausreichend. Wir campieren in dem Villenviertel "Karen", welches sich stark von den Vierteln der meisten Bewohner unterscheidet. Hier sind alle
Grundstücke von hohen Zäunen umgeben und bewacht, es ist das Wohngebiet der besseren Gesellschaft. Wir machen eine Rundfahrt durch die Stadt, die sich nur wenig von anderen afrikanischen Großstädten
unterscheidet. Im Nationalmuseum erfahren wir einiges über die Kolonialzeit und das vor dem Einfall der Europäer grenzenlosen Afrika. Es gab Stammesgebiete die in der Hoheit der Bewohner standen und
deren Regeln zu befolgen waren. Die Araber und später die Portugiesen betrieben den Sklavenhandel bis sie von den Engländern und Italienern abgelöst wurden. Später wurden willkürlich Grenzen zwischen
den Einflussgebieten der Europäer festgelegt. Das Gebiet im Hochland um den Berg Kerinyaga war sehr fruchtbar und das Klima ähnelte dem europäischen Sommer. Weil die Engländer mit der Aussprache des
Namens des Berges Schwierigkeiten hatten, nannten sie ihn Mount Kenya und gaben ihrer Kolonie diesen Namen. Es wurde zu einem besonderen Jagdgebiet des britischen Königshauses. Aus dieser Zeit stammt
auch die Bezeichnung "big five" für die Jagdtrophäen von Löwe, Elephant, Büffel, Leopard und Nashorn. Das gefährlichste Tier Afrikas blieb dabei außen vor, denn daß dem Flusspferd nach wie vor
jährlich etwa 500 Menschen zum Opfer fallen, wissen die wenigsten. Das Museum gibt auch einen Überblick über die 42 Volksstämme mit ihren vielen Sprachen und Kulturen die verbunden mit allen
möglichen Religionen die Bevölkerung ausmachen. Wichtig ist auch, daß während der beiden Weltkriege viele Afrikaner in die Armeen der Europäer geworben wurden, mit dem Versprechen ihr Land zurück zu
bekommen. Am Ende erhielten sie zum Dank eine Urkunde und keiner konnte sich an das Versprechen erinnern. Es zeigt sich auch hier, daß die Lügen und Betrügereien der Politiker ohne Folgen für die
Verantwortlichen bleiben. Nach der Unabhängigkeit war es für das Land schwierig, eine staatliche Identität zu stiften, doch es scheint zu gelingen. In der Nähe unseres Stellplatzes gibt es aus der
Kolonialzeit noch das Karen Blixen Museum. Die dänische Autorin verschiedener Bücher über Afrika hat mit ihrem Bestseller "Out of Africa" viel zur Bekanntheit der Region um Nairobi
beigetragen.
11.06. Lake Naivasha Fisherman's Camp
Mal gemütlich ausschlafen und frühstücken ist heute angesagt. Es ist eine kurze, landschaftlich schöne Strecke zum Lake Naivasha. Ich fahre den Toyo von einem Mitreisenden, der sich den Arm gebrochen
hat und in Nairobi operiert wurde. Wir fahren mit Gerd im Konvoi. Unterwegs gibt es einen Stopp bei einem Aussichtspunkt, wo natürlich auch Händler sehr aktiv sind. Direkt am Weg ist ein
Einkaufszentrum mit Kaffee, hier trifft sich rein zufällig die halbe Gruppe. Der Stellplatz liegt genau am See, kleine Affen sind so flott, dass sie trotz Fliegengitter sofort Äpfel und Orangen
gestipitzt haben. Ist zwar niedlich anzusehen, doch für uns ist es anstrengend. Gerd hat das Loch im Zaun ( ihren Weg) mit Steinen verschlossen und wir hatten tatsächlich Ruhe. Vor uns liefen die
Hippos im Wasser hin und her und in der Dämmerung kamen sie auch noch aus dem Wasser. Hier gibt es einen Elektrischen Zaun zwischen uns. Seeadler und viele bunte Vögel fühlen sich hier in der Natur
auch wohl. Am Abend haben die Juni Geburtstagskinder für uns gegrillt und jeder hat eine Beilage beigesteuert.
13.06. Crescent Island
Heute gibt es eine Bootsfahrt auf dem Naivasha-See. Der Seespiegel ist in den letzten 8 Jahren um mehr als zwei Meter angestiegen. Dabei sind 500 bis 1000 m Uferbreite überschwemmt worden. DieUrsache
wird hier im Grabenbruch auf tektonische Bewegungen der Erdkruste zurückgeführt. Der Abfluss des Sees hat sich dadurch verändert. An den betroffenen Ufern gab es Campingplätze undAgrarbetriebe mit
großen Gewächshausflächen, die jetzt unter Wasser stehen. Hier werden vor allem Blumen für Europa produziert. Die überschwemmten Bereiche wirken durch die Ruinen und dieabgestorbenen Bäume etwas
gespenstisch. Es ist aber für die Fischadler ein Paradies und auch viele andere Vogelarten gibt es hier, und natürlich Hippos, die den Tag im Wasser verbringen. Unser Zielist jedoch eine kleine Insel
im See, die früher eine Halbinsel war und als Filmkulisse genutzt wurde. Hier gibt es verschiedene Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, darunter Impalas,Wasserböcke, Strauße, Antilopen,
Zebras und Giraffen. Nur Raubtiere gibt es keine.
13.06. Lake Bogoria
Heute brechen wir früh auf und fahren wieder auf die Nordhalbkugel an einen Natronsee, lake Bogoria, der für seine große Flamingopopulation bekannt ist. Maria hat Bernhard versprochen, ihn noch
einmal zu fahren, weil er mit seinem gebrochenen Arm seine Schwierigkeiten hat. Wir fahren deshalb gemeinsam und es funktioniert alles ganz gut. Nur bei den Polizeikontrollen sind die Polizisten bei
mir neugieriger und lassen sich gern in ein Gespräch verwickeln und das dauert seine Zeit. Für 13:00 hat AT einen Ausflug zur Flamingokolonie organisiert. Die zwei Busse waren für die unbefestigte
Strecke völlig ungeeignet und wir sind insgesamt fast vier Stunden durchgeschüttelt worden. Die Lagune mit mehr als tausend Flamingos war schon beeindruckend. Am Äquator machen wir für ein
obligatorisches Foto einen Stop. Die vielen LKW auf der schmalen Straße bereiten vor allem an den Steigungen beim Überholen Schwierigkeiten. Ohne Beifahrer der auf einer besseren Position sitzt gibt
es schon einige Probleme. Im Allgemeinen muß man sagen, daß sehr rücksichtsvoll gefahren wird. Wir befinden uns hier im Gebiet der Massai mit ihren großen Viehherden in ihrer traditionellen
Lebensweise. Die Städte und Dörfer sehen aber besser aus als im Süden und Landwirtschaft bestimmt das Bild an der Straße. Als wir eine Pause machen sid sofort zwei Motorräder mit jungen
neugierigen Männern da, mit denen wir ins Gespräch kommen. Sie fragen uns ob wir nicht Suaheli sprechen können, denn das ist doch eine wichtige Sprache. Wir erklären wo wir herkommen und daß wir
deutsch, englisch, spanisch und russisch können, aber kein Suaheli. Abends gehen wir mit einer Gruppe Mitreisenden essen, 😋.
14.06. Eldoret Naiberi River Camp & Resort
Wir befinden uns immer noch im Großen Afrikanischen Grabenbruch und fahren weiter in Richtung ugandischer Grenze über die Tugenberge durch das Keriotal bis nach Eldoret. Die Straße könnte man
alswunderschöne Panoramastraße bezeichnen. Es ist wenig Verkehr, die Straße ist kurvenreich und von ausgezeichneter Qualität. Immer wieder können wir an schönen Aussichtspunkten anhalten und
dieLandschaft genießen. Die Bauern sind bei der Feldarbeit und die Felder sind in gutem Zustand. Die Bauernhäuser und kleinen Dörfer außerhalb der Städte sehen sauber und gepflegt aus. Das Restaurant
anunserem Stellplatz hat für den Abend "Lokal food" vorbereitet. Ziegenfleisch, Hähnchen Gemüse, Salat, Kochbanane und das traditionelle Ugali, ein Maisbrei, schmecken sehr gut.
15.06. Jinja Nile River Explorers
Heute wird zeitig aufgestanden, es ist Grenze. Gegen 10:00 beginnen wir mit der Ausreise aus Kenia. Als wir in Uganda einfahren ist es kurz vor 15:00. Es ist immer ein Erlebnis, es muss total
aufgepasst werden, dass alle Papiere stimmen. Wir wurden diesmal zu Schweizern gemacht und haben uns fast alle abzocken lassen. Für 15$ wollte der Zoll unsere Autos beschleunigen und nicht
durchsuchen. Bezahlt und der Typ war verschollen. Von unseren Guides wurden alle Carnets zur bearbeitung eingesammelt, damit es schneller geht. Nach fünf Stunden wurden sie wieder ausgeteilt, nur
bearbeitet wurde nichts. Eine schlampige Organisation mit viel Ärger. Sogar die Reiseleitung hat es geglaubt. Autos wurden trotzdem durchsucht und nix ging schnell. In der Grenze gab es aber von
fliegenden Händlern Bananen und warme Samosa. Wir fahren in Uganda durch fruchtbares Land. Alles ist saftig grün, von Reis bis Mais. Soweit die Augen sehen sind die beiden Äcker bestellt. In den
Ortschaften findet reger Handel an der Straße statt. Von den Straßenküchen riecht es lecker. Abends ist Bergfest von diesem Teil der Route, darauf wird natürlich angestoßen. Wir sind oberhalb des
weißen Nils und können herrlich auf die Strömung schauen.
16.06. Kampala
Unser Stellplatz am Nilufer ist sehr schön, er liegt an der Steilküste zum Nil. Am Morgen fahren wir 10 km in Richtung Victoriasee, dort warten auf uns schon Boote, die uns ins Quellgebiet des weißen
Nils fahren. Aus dem See stammen etwa 70 % des Nilwassers und 30 % kommen aus Grundwasserquellen. An der Quelle ist der Nil schon etwa 300 m breit. An den steilen Ufern gibt es eine üppige Vegetation
und viele verschiedene Vögel, die wir beobachten können. Wir finden auch mehrere Lizzards, die sich am Ufer von der Jagd ausruhen. Einige von uns sehen auch seltene Otter im Wasser. Es war ein
schönes Erlebnis und wir setzen unsere Reise nach Kampala am Ufer des Victoriasees fort. Hier stehen wir an einer Lodge mit Rasenflächen und einem Swimmingpool ein bisschen wie im Paradies. Die
Gegensätze zwischen hier und der umgebenden Stadt mit den katastrophalen Straßen und dem roten Staub überall sind gewaltig. Am heutigen Sonntag ist Kirchgang angesagt. Viele Menschen haben
Sonntagsstaat angelegt. Die bunten oder auch weißen Kleider sind strahlend sauber und passen irgendwie nicht zu dem roten Staub, der überall in der Luft liegt. Unterwegs werden wir von einem kurzen
kräftigen Regenguß überrascht, der die kleinen Rinnsaale zu kräftigen Bächen werden lässt.
17.06. Kampala
Strömender Regen in Afrika! Mit Regencape bekleidet beginnt dieser Tag in Kampala. Eine Stadt mit 5 Millionen Einwohnern, die alle mit Mopeds unterwegs zu sein scheinen. Hier leben überwiegend
Christen, trotzdem gibt es hier die wohl größte Moschee Afrikas. 25000 Gläubige können hier gleichzeitig beten. Sie wird zwischen 2001-2006 erbaut und wirkt sehr gepflegt. Das Geld dafür kam von
Libyens Diktator Gaddafi. Weiter geht es zum Königspalast, der heute politisch keinen Einfluss mehr hat. Wir besichtigen das Gelände und die Folterkammer des Diktators Idi Amin, welcher seine Gegner
gnadenlos vernichtete. Eine dunkle Geschichte Ugandas. Zum Mittag genießen wir den Victoriabarsch, der vorzüglich zubereitet ist. Ein Besuch des Marktes lässt uns hier noch mal tief in das Leben
eintauchen.
18.06.
Heute war ein spannender Fahrtag. Die Hauptstadt zu verlassen fühlte sich wie eine Mischung Kathmandu und Indien. Wieviel Spuren gibt es? Soviel wie Fahrzeug nebeneinander passen, ggf. mit
anecken. Und Mopeds passen von jeder Seite noch dazwischen. Das ist jetzt recht harmlos beschrieben. Gerd hat das mit Ruhe, Weitsicht und Geschick gemacht, auch ein bisschen Glück gehabt. Unterwegs
haben wir uns noch Brotfladen gekauft und dann eine Mittagspause gemacht. Dann sind jede Menge Paviane am Straßenrand und es gibt Rinderherden mit Exemplaren mit gewaltigen Hörnern, die eher großen
Elefantenstoßzähnen ähneln. 15:30 waren wir im Camp und haben den Streß im Pool abgespült. Mit Mitreisenden haben wir zu Abend gegessen, wir hatten eine liebe Schuld zu begleichen für unsere
Tisch-Reparatur. Gemütlich war es und ein herrlicher Himmel beim dunkel werden.
19.6. Murchison Falls Bamboo Village
Der heutige Besuch des Murchison Falls Nationalpark hat uns sehr gut gefallen. Bei Tagesanbruch haben wir unsere Jeeps bestiegen und los ging die Pirsch. Wir haben Elefanten, Giraffen, Büffel,
Warzenschweine, viele verschiedene Vögel und eine Unmenge Antilopen und Gazellen gesehen. Drei Löwen konnten wir im Gestrüpp nur ahnen. Unser Guide hat uns auch eine flüsternde Akazie gezeigt, die
bei Wind mit ihren Früchten pfeifende Geräusche macht. Am Nachmittag erreichen wir den Wasserfall und erleben ein gigantisches Naturschauspiel. Etwa 30 km vor dem Albertsee zwängt sich der Weiße Nil
durch eine 7 m breite Schlucht und fällt dann 54 m in die Tiefe. Nach Aussage des Guides fließen hier etwa 400 m³ Wasser durch. Das Schauspiel ist beeindruckend, der Gischt spritzt viele Meter hoch
und sorgt für Regen an den Ufern.
20.-21.6. Kasiisi Chimpanzee Forest Lodge
Morgens als wir starten kommen uns die Schulkinder in Scharen entgegen gelaufen. Vor uns liegen etwa 340 km mit gefühlt 1000 speedbumps, das heist jedes Mal abbremsen auf 20 km/h und wieder
beschleunigen. Wir fahren auf der Ostseite des Lake Albert und verlassen das Gebiet des Weißen Nils. Unterwegs kaufen wir auf dem Markt ein und lassen uns einen Fladen mit Ei zubereiten. Es
geht weiter in Richtung Süden. Rechts und links der Straße gibt es Wald und Naturreservate. Dann gibr es Plantagen mit Ananas, Bananen, Maniok und Tee. Das ist in den unterschiedlichen
Stammesgebieten auch sehr verschieden. Steinhäuser und saubere Bauerngehöfte zeugen von steigendem Wohlstand. Etwa 50 km vor der kongolesischen Grenze bei Fort Portal erreichen wir unsere Lodge
an einem Berghang über einem See.
21.06.
Für uns war heute Womo-Refrehing, d.h. Aufräumen, Kleinreparaturen, Waschen und Innenreinigung bei herrlichem Wetter und einem kurzen Regenguß. Andere waren zum Schimpansen Walk oder im Dorf. Der
Tag verging wie im Flug und hatte auch einige Erholungsphasen und haben die wunderschöne Anlage genossen. Zum Abend traf sich die Gruppe fast vollständig im Restaurant.
22.06.24 Kyangabukama
Heute ist nur eine kurze Etappe und wir fahren ein Stück Gravelroad, damit sparen wir mehr als 40 km. Eine wunderbare Landschaft in den Bergen mit Seen, Bananen- und Teeplantagen und kleinen
Dörfern empfängt uns. Im Westen erstreckt sich am Horizont der Mount Stanley, im Kongo Mount Ngaliema genannt, ein Bergmassiv im Ruwenzori-Gebirge. Mit dem 5109 m hohen Margherita Peak stellt er
den höchsten Berg sowohl des Kongo, als auch Ugandas dar. Für die 20 km brauchen wir ca. eine Stunde. Dann haben wir wieder die asphaltierte Straße bis zum Ziel. Unterwegs kaufen wir etwas
ein und lassen uns zum Frühstück am Straßenrand einen Fladen mit Ei ( hier Rolex genannt) zubereiten. Ein paar km weiter sind wir am Äquator und essen unser Fladenbrot. Auf unserem Stellplatz am
Kazingakanal werden wir von einem Elefanten empfangen. Der Kanal verbindet Lake Edward mit Lake Georg. Am Nachmittag machen wir eine Bootsfahrt auf dem Kanal, der für seine hohe Nilpferddichte
bekannt ist und wir sehen Nilpferde und Elefanten am Ufer, dazu viele Wasservögel und vereinzelte Lizzards. Am späten Nachmittag unternehmen wir noch eine Safari im Queen Elisabeth NP, der knapp
1000 km² groß ist. Außer einigen Warzenschweinen, Wasserbüffeln, Wasserböcken finden wir nur eine Löwenfamilie, die im schattigen Gras unter einem Baum ruht. Sonst scheinen sich hier keine
weiteren Tiere zu zeigen. Am Abend ist typisch local Büfett von AT.
23.06. Rutinda Bunyonyi Overland Resort
Schon früh verlassen wir unseren Platz am Kazingakanal und fahren auf guter Piste mit vielen Bumps in Richtung Süden. Die kurvenreiche Strecke durch die gebirgige Landschaft mit vielen Kraterseen
istüppig grün und bietet Gelegenheit für Fotostops. Bananenhaine, Teeplantagen, Gemüsefelder, Ananas, Zuckerrohr, Rosen und vieles mehr wird hier angebaut. In einer kleinen Stadt machen wir Rast
undordern an der Straße zwei Rolleggs. Der Verkäufer freut sich, daß wir nach Uganda gekommen sind und einige junge Burschen erklären, daß unser Womo sehr schmutzig ist, sie würden es gerne waschen.
InAnbetracht dessen, daß wir wieder Gravelroad fahren hat das wenig Sinn, aber wir lassen es trotzdem waschen. Wir sitzen im Auto, frühstücken und trinken Kaffee und 4 bis 6 junge Kerls holen aus
demnahen Bach über das vier Meter hohe Ufer mit Kanistern Wasser und mit Lappen und Seife wird das Womo behandelt. Nach einer knappen Stunde ist alles blitzblank und wir können weiterfahren.
Nachunserer Ankunft am Lake Bunyoni ist der Glanz nur noch teilweise sichtbar. Dafür haben wir am See in 2000 m Höhe eine außergewöhnlich schöne Aussicht auf einem schönen und gepflegtenStellplatz.
Abends trinken wir zusammen einen Wein auf das gestrige Geburtstagskind.
24.06.
Heute ist Urlaub!!!
25.6. Kigali ( Ruanda)
Wir starten am See bei 14 °C und haben in den Tälern nur 8° C und dichtem Nebel. Heute ist Grenzübertritt nach Ruanda, in die Schweiz Afrikas, es funktioniert reibungslos und nach 1 1/2 Stunden sind
wir durch. Der Zoll hat alles sehr gründlich untersucht, hier ist der Besitz und die Verwendung von Folietüten bei strengen Strafen verboten. Deshalb gilt das Land als das sauberste Afrikas. Und das
sieht man überall. Gepflegte Straßen und Grundstücke, selbst in der Hauptstadt ist alles sauber. Die Landschaft hier zwischen 1500 und 2000 m Höhe ähnelt der Schweiz, nur die exotischen Pflanzen sind
anders. Plantagen und Felder vermitteln den gleichen Eindruck. In Kigali gibt es eine German butchery und eine German bakery, das Angebot ist ausgezeichnet, der Besitzer ist in den 90ern ausgewandert
und kann stolz sein auf das, was er hier aufgebaut hat. Am Abend gibt es frisches Baguette mit frischem Schweinegehacktem und Zwiebeln und das schmeckt köstlich. Dazu ein Glas Wein und gute
Gesellschaft; was will man mehr?
26.06. Kigali
Heute steht Kigali auf dem Programm, ca. 3 Mio EW, jede Menge Fahrradtaxi für den Nahverkehr, Motorradtaxi für größere Strecken und im Verhältnis zu anderen afrikanischen Städten alles sehr sauber.
Aus der jüngeren Vergangenheit prägt der Genozid der Hutu (Ackerbauern) an den Tutzi (Viehzüchter) aus 1994 das Verständnis für dieses Land. Es bleibt eine Folge der kolonialen und politischen
Einflüsse, daß diese beiden Volksgruppen so gegeneinander ausgespielt wurden, daß die Hutu zum Mord an den Tutzi und gemäßigten Hutu angestiftet wurden. Frauen, Kinder, Greise und vor allem
Intellektuelle wurden unter den Augen der UN regelrecht abgeschlachtet. Mehr als 1 Mio Opfer bei 100tausenden Tätern sind für ein Land mit 14 Mio EW eine schreckliche Erfahrung. Das Genozidmuseum in
Kigali versucht, die Ursachen und Hintergründe aufzuarbeiten und in den Kontext mit anderen Genoziden im Holocaust an den Juden, an den Herero und Nama, der Roten Khmer in Kambodia, an den Muslimen
im Kosovo und ähnlichen Ereignissen zu stellen. Vollständig ist diese Aufzählung nicht, denn es fehlt der Genozid der Türken an den Armeniern und auch der Genozid der Europäer an den Ureinwohnern von
Nordamerika. Der Besuch des Museums macht uns betroffen davon, zu welchen Verbrechen Menschen fähig sind. Nach einem local Essen besuchen wir noch den Markt.
27.06. Nkotsi
Ruanda ist die Schweiz Afrikas, das Land der 1000 Hügel. Unglaublich grün und gepflegt, wir fahren auf dem Kamm zweier Täler entlang und wissen nicht, welche Aussicht wir genießen sollen. Mehrere
Stopps machen wir um zu fotografieren. Leider ist das Licht nicht so günstig und oft liegt Nebel in den Tälern. Unterwegs begegnen uns viele Fahrräder, die als Taxi oder Materialtransporter dienen.
In Nkotsi angekommen besuchen wir ein Künstlercafe. Selbstverständlich dreht sich hier auch alles um die Gorillas. Unweit von hier befindet sich das Museum der Gorilla Forscherin Dian Fossey,
sie lebte hier in den Bergen. Wir haben einen Stellplatz mit Blick auf die Berge. Am späten Nachmittag gibt es ein Umtrunk auf Lottis Runden Geburtstag. Bei uns gibt es heute zu Abend Maniok-Curry
mit Brokkoli und Mango. Habe es das 1. Mal gekocht und war super lecker. Passend zum Standort gab es Abend den Film Gorillas im Nebel, die Verfilmung der Lebensgeschichte von Dian Fossey.
28.06. Kivu See Kagano
Heute ist unser Ziel am Lake Kivu. Gleich am Start füllen wir unsere Gasflasche auf. Durch den Kivusee verläuft die Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Der Kiwusee weist
in seinem Tiefenwasser sehr hohe Konzentrationen an gelösten Gasen auf. Um die Gefahr eines Gasausbruchs abzuwenden und um gleichzeitig den gewaltigen und offenbar nachwachsenden Methanvorrat zu
nutzen, wurde 2016 ein Kraftwerk in Betrieb genommen, das gashaltiges Wasser abpumpt und mit dem Methan Gasmotoren betreibt.
Die Fahrt dahin soll die spektakulärste Route landschaftlich sein. Kurvenreich und mit tollen Aussichten, immer bergauf und dann auf Seehöhe von 1460m bergab benötigen wir bis zum Nachmittag.
Unterwegs läuft der Wahlkampf auf Hochtouren für die Wahlen im Juli. Das ganze Land ist und wird geschmückt und Veranstaltungen sorgen für die Zusammenkunft von vielen Menschen. Im Liegestuhl,
mit einem Buch, vergeht die Zeit und die Aussicht und das Flair sind einfach herrlich. Abends essen wir mit Sandra und Jens bis es uns dann zu kalt wird.
Achso, überall im Land werden in größerem und auch kleinem Stil Ziegel gemacht. Sie werden geformt, in der Sonne getrocknet, dann gestapelt, der Stapel außen mit Lehm verschmiert und dann durch
ein Feuer im Innenbereich gebrannt.
29.06. Nyanza
Wir fahren durch den größten Dschungel und Bergregenwald Ostafrikas und Zentralafrikas. Über 100km fahren wir durch den Nyungwe Nationalpark. In diesem Hochland sollen etwa 600 Gorillas leben. Die
Aussichten sind grandios. Wahlkampf läuft gerade und irgendwie erinnert uns das an DDR Zeiten. Als alles wieder urban ist, sieht man Landwirtschaft aller Couleur auf Terrassen. Zwischendrin
Eucalyptusbäume, die herrlich duften. Am Nachmittag genießen wir die entspannte Ruhe und spielen. Abends läuft Fußball.
30.06.24 East Gate Hotel Ngoma
Wir besuchen heute das Kings Palace Museum in Rukari. Es wurde 2002 in Betrieb genommen und 2008 offiziell eröffnet.
Das traditionelle königliche Palais besteht aus drei Hütten, dem Haupthaus Kambere, den sekundären Hütten, einer für Milch und einer anderen für Bier. Mehr als 16 Hütten für die
Bediensteten gehören weiterhin zum Königspalast Musinga. Daneben gibt es einen neuen Palast des letzten Königs Mutara III. Das Museum bietet einen detaillierten Einblick in die monarchische Zeit
Ruandas vom 11. Jahrhundert bis 1961. 2011 wurden die königlichen Kühe Inyambo wieder eingeführt.
Im Palais des Königs Mutara III Rudahigwa zeigt die Geschichte der Expansion Ruandas sowie die Objekte seines Hauses.
Dann fahren wir wieder über Kigali, weil die direkte Verbindung zu unserem Stellplatz vor der Grenze noch nicht fertig ist, es wird gerade eine neue Straße gebaut. Der Umweg ist mit einigen
Wahlveranstaltungen gespickt und wir brauchen für die 200 km mehr als 6 Stunden. Im Land sind nur 2 Höchstgeschwindigkeiten zugelassen, 60 km/h in Ortschaften und 80 km/h außerhalb. Die vielen
Fahrradtaxis begrenzen die Geschwindigkeit ebenfalls. In Kigali können wir in einem Supermarkt unsere Vorräte wieder auffüllen. Abends gab es ein gemeinsames locales Essen.