21.11.24 Angola 🇦🇴 Grenze
Heute geht's nach Angola. Wir fahren 300 km nach Norden und man spürt die zunehmende feuchte Hitze. Die Grenze erweist sich als Chaos, zumindest die Einreise nach Angola 🇦🇴. Papiere werden eingesammelt, dann fehlt immer was. Das absolute Highlight ist, dass wir einen Ausreisestempel, im selben Pass, von Namibia brauchen um in Angola einzureisen. Also laufen wir nach Namibia zurück. Nun haben wir in beiden Pässen einen Ausreisestempel. Nach 6 Stunden Grenze liegen die Nerven blank und Gerd versteht nicht, dass alle Papiere doppelt und 3 fach verlangt werden. Sie haben Kopien, gescannte Dokumente und mindestens alles 3x abfotografiert. Die Autos werden auch alle fotografiert und dann wollen sie immer mehr Kopien. Gegen 19:30 wird entschieden, dass wir hier im Zoll nächtigen. Langsam kühlt es sich etwas ab. Im Zoll bietet man uns wieder einen Freikauf von 20 US Dollar an, damit wir nicht durchsucht werden. Martin hat sie weggejagt, dann aber doch pro Auto 5 gezahlt und gedroht, falls sie Sperenzien machen, das Geld zurück zu holen. 8 Stunden Grenze in voller Sonne sind hart. Und wir fahren in Kolonne durch den Zoll. Das war es wert.

22.11.24 Lubango
In der Grenze haben wir ruhig und sicher geschlafen. Der Regen hat die Atmosphäre angenehm abgekühlt, es bleibt sehr feucht. Auf dem Platz ist schon zeitig Bewegung. Ab jetzt gilt wieder Rechtsverkehr. Als erstes müssen wir in die nächste Stadt eine Versicherung abschließen. Diese öffnet erst 🕗. Pro Fahrzeug haben wir ca. 1 Stunde gebraucht 🥲. Die Natur ist herrlich grün, ellenlang flach und derzeit feucht. Am Straßenrand stehen wunderschöne alte Baobab Bäume, große imposante Termitenhügel, aber auch alte Panzer. Diese stammen aus dem Bürgerkrieg zwischen 1975 und 2002, in dem Kuba sehr stark beteiligt war. Unterwegs haben wir eine sehr lange Mittagspause eingelegt und Gerd hat geschlafen, jetzt hat er meinen Magen Darm Infekt. Auf dem Buschcamp stehen wir sehr einsam, trotzdem besuchen uns die Locals. Das Meeting wird abrupt durch aufkommendes Gewitter beendet. Ich mache das Licht im WoMo aus und gehe im Gewitter duschen- wie neu geboren.
23.11. Leba Pass
Die ganze Nacht hat es gewittert und geregnet. Gegen Morgen hörte der Himmel auf zu weinen. Als wir abreisen ist das Wasser völlig versickert und wir können ungehindert weiter. Sicherheitshalber fahren wir trotzdem hinter Meni, einem großen LKW. Unser erstes Ziel ist die Christ the King Statue, hier hat man einen grandiosen Blick auf die Stadt. Von der Stadt sieht man sie und den Schriftzug Lubango auch von überall. Dann müssen wir alle zu einem Telefonshop in einem Supermarkt, weil man uns an der Grenze nur eine 7-Tage-Karte verkauft hat. Aber das geht flott, alle Gruppenmitglieder werden sofort bedient und alles im Handy eingerichtet. Nun geht es zum Fenda da Tundavala, unterwegs haben wir noch für umgerechnet 1€ zwei Schneiderarbeiten erledigen lassen. Fenda da Tundavala ist ein Canyon am Steilhang der Serra da Leba in der Nähe von Lubango. Die beeindruckenden Felsformationen am Rande des Canyons sind schon den kleinen Umweg wert. Der Steilhang markiert die westliche Grenze des Humpata-Plateaus, das Teil des Großen Steilhangs im südlichen Afrika ist. Die Höhe des Randes beträgt mehr als 2.200 Meter, während die Ebene an der Basis bei etwa 1.000 Meter liegt. Nun geht es zu unserem heutigen Stellplatz am Mirador auf der Höhe des Leba Passes. Die Straße führt über 170 km durch eine grandiose Berglandschaft. Der Passaufstieg selbst hat Ähnlichkeiten mit den Trollstiegen in Norwegen, er ist nur etwas breiter.
24.11. Colina Canyon
Der heutige Tag startete im Nebel und spät, bis die Nachticht kam, dass auf den Seepentinen ein Lkw umgekippt ist. Kleinere Fahrzeuge kommen vorbei, also nix wie los bevor das Kranfahrzeug kommt. Wir kommen genau bis zur Unfallstelle und sind dadurch mittendrin. Ständiger Positionswechsel und Ratschläge der Locels, doch nicht die Umfahrung hinter dem Container zu nehmen, können wir ihnen schlecht erklären. Unser WoMo soll keinen Schaden nehmen, wir haben Zeit. Ab sofort stehen wir in der ersten Reihe! Irgendwann ist die Zugmaschine abgetrennt und wird unter tosendem Beifall aufgestellt. Nun wird sie nur noch zur Seite geschleppt und wir kommen  an diesem Nadelöhr durch. An der Küste essen wir zu Mittag ( Frühstücken ist irgendwie ausgefallen). Wir sitzen mit Blick auf den Atlantik und genießen Lobster. Unterwegs zu unserem Ziel säumen viele Welwetchias den Weg. Unser Ziel, der Colina Canyon, ist irreal und trotzdem wirklich. Wir fahren erstmal einige Schluchten ab und bewundern die von Mutter Erde erschaffenen Bauwerke. Im Schutz von skurrilen Felswänden und Formationen richten wir unser Camp ein.  Es ist stockfinster und die Sterne strahlen wie Diamanten. 
25.11. Binga Bay
Unser heutiges Ziel ist die Binga Bay. Ein langer und anstrengender Fahrtag liegt hinter uns. So schön das hier auch ist, die meisten der Gruppe haben mit ihren Fahrzeuge die Grenze des möglichen erreicht, bzw. überschritten. Auch einige andere Mitreisenden haben es dem Reiseleiter mitgeteilt, das der Umweg völlig unnötig und verantwortungslos los sei. Man hätte gut und gerne in den wunderschönen Fischerdorf vorher nächtigen können, ohne Risiko für die WoMos. Beim Meeting soll dies angesprochen werden. 
26.11.24 
Wir verbringen einen Tag in der Bucht mit schwimmen, spielen und lange Weile. Abends ist Meeting und die Gruppe spricht den gestrigen Tag nochmal an. Ziemlich deutlich kommuniziert jeder Teilnehmer seine Risiken und Ängste. Alle haben den Wunsch gesund und mit einem fahrbereiten Reise-Fahrzeug nach Hause zu kommen. Die Hinweise bei den KMZ Dateien werden in Zukunft auch mit verarbeitet, damit sich keiner wieder verirrt. Martin sieht inzwischen auch, dass unsere Reisemobile nicht für alle 4x4 Trails geeignet sind. Im Kongo ist die Strecke von einer Agentur geplant und er weiß nicht, was auf uns zu kommt. Nun sind wir alle recht aufgeregt hier aus der Bucht herauszukommen und versuchen zu schlafen. 
27.11. Lobito
Eine kurze Nacht liegt hinter uns, die Aufregung vor der Fahrt beschäftigt uns. Schon zeitig ist in allen Fahrzeugen Bewegung. Martin, mit dem Defender fährt voraus, um ggf. Hilfe zu holen. Dann starten die LKW, die uns eventuell helfen können. Nun rollen wir, Stück für Stück nehmen wir den Anstieg und immer die richtige Spur. Alle Fahrzeuge sind ohne Schaden die 12 km bis zur Piste gekommen (eine Stunde). Gott sei Dank. Nach 40 km, endlich Asphalt zu sehen, aber noch ein triggi Flussbett!!!! Nun wird wieder Luft aufgepumpt und unsere Durchschnitts-Geschwindigkeit steigt. Unterwegs kaufen wir in Benguela ein und tanken. Bei Alfredos Bar, in Lobito, stehen wir am Strand. Abends sitzen wir in der Bar und genießen Fisch und Polvo mit Blick auf den Atlantik. 
28.11. Saina Hir Springs
Heute ist ein landschaftlich, spektakulärer, aber auch langer Fahrtag. Es geht am im Grünen liegenden Quicombo Fluss entlang und später an dem Binga Wasserfall. Der Fluss ist durch den Regen reißend und die Fälle dadurch natürlich auch kräftig. Die Straßen sind teilweise sehr löchrig, so das die Durchschnttsgeschwindigkeit bei uns bei 40 km/h liegt. Mathematisch macht das 8 Stunden reine Fahrzeit. Die Großen kommen noch langsamer voran und kommen erschöpft kurz vor der Dämmerung an. Im Meeting geht es sachlich zu, aber die Probleme der langen Strecken müssen geklärt werden. Oleg hat den Mitreisenden jeden Tag auch Freizeit versprochen, nicht mal für eine gemütliche Mahlzeit bleibt Zeit. Die morgige Strecke soll nun geteilt werden. Wo wir schlafen ist heute noch nicht klar. Hier an den heißen Quellen ist es super eng und die Locals haben hier ihre Autopflege. Entsprechend laut geht es bis spät abends zu und morgens 4:00 ist schon wieder Hochbetrieb 😩.
29.11. Kakuakos Lodge 
Wir fahren durch die herrliche Landschaft erst einmal zurück. In Dondo haben wir uns von der Gruppe verabschiedet und sind mit noch einem Fahrzeug nach Luanda. Wir haben keine Lust so volle Tage zu fahren und wollen nochmals zur Werkstatt. In der Kakuakos Lodge werden wir sehr herzlich empfangen. Von der Autobahn sofort ins Paradies. Mit Leidenschaft zeigt uns die Hausherrin die ganze Anlage vom Pool bis zur Laundry. Abends werden wir fürstlich mit gegrilltem Fisch bewirtet, der frisch aus dem eigenen Becken kommt. 
30.11.
Heute war es soooo gemütlich. Wir haben intensiv den Pool genutzt, gespielt und natürlich adventlich dekoriert. Am Nachmittag gab es Lebkuchen und Aniskekse, irgendwie fühlt es sich komisch an. Am Abend haben wir wieder die Kochkünste des Hauses genossen. 
1.12. Luanda Segelclub 
Unser Fahrtag sind heute nur 20 km, deshalb lassen wir uns morgens Zeit und nutzen die Lodge noch vollumfänglich. Unser Stellplatz am Segelclub verfügt über eine Dusche, Restaurants und nachts viel Licht. 
Am Abend regnet es und um uns herum wird gefeiert. Die Luftfeuchtigkeit ist inzwischen schon sehr hoch und nachts kühlt es nicht mehr ab. Die Gruppe ist inzwischen wieder vollständig und beim Essen im Restaurant treffen wir uns auch fast alle wieder. 
2.12.24 Luanda Segelclub 
Heute waren wir nochmal in der Werkstatt. Wir müssen uns daran gewöhnen, den Fehler immer zu löschen oder zur Reperatur nach Südafrika zurück fahren. Beide Zwillinge fahren jetzt so. Es ist feucht heiß, heute morgen 06:30 waren 29 Grad. Wie schön kann Winter sein😊.
3.12..24
Heute ist ein Regentag, es regnet Blasen. Dank unserer Markise können wir fast immer draußen sitzen. Heute bewegt sich in der Stadt nichts, es wurden gestern Nachmittag 2 Feiertage ausgerufen, damit die Stadt zum Erliegen kommt. Staatsbesuch von J. Bisen ist die Ursache. Beim Meeting lernen wir Eckhard kennen, er ist Erdöl Ingenieur und ist dadurch seid fast 30 Jahren sesshaft. Er betreibt eine Wasseraufbereitung und Abfüllung, die wir morgen besichtigen können. Er beantwortet unsere Fragen über das Leben hier und geht mit uns abends noch fein essen, mit herrlicher Aussicht. 
4.12. Luanda
Was für ein aufregender Tag, bei der Abreise geht in der Stadt gar nichts mehr. Alle Straßen sind verstopft oder gesperrt. Der Staatsbesuch von Joe Biden ist Schuld. Kurzfristig gibt es zweiFeiertage und es wird nicht gearbeitet, auch die Wäschereien haben geschlossen. So können einige nicht starten, sie müssen morgen ihre Wäsche abholen. Wir fahren heute zu Eckhardt, er ist Unternehmerund besitzt eine Trinkwasserfirma. Wir wollen diese besichtigen und müssen wegen der Straßensperren Umwege fahren, so werden aus 25 km werden 80 km, aber wir kommen an. Über mehrere Filterverfahrenwird das Flusswasser gereinigt, die letzte Reinigungsstufe ist das Umkehr-Osmose-Verfahren. Das so gereinigte Wasser wird in fünf-Gallonen  und drei-Gallonen Flaschen abgefüllt und an die Kundenausgeliefert, es gibt ein Pfandsystem und die Behälter können jahrelang wieder verwendet werden. Eine Waschanlage reinigt die Flaschen in verschiedenen Gängen. Alte, defekte Flaschen (Jede Flaschemuss einen Drucktest durchlaufen) werden recycliert und als Granulat wiederverwendet. Die Fabrik wirkt sehr professionell und gepflegt. Eckhardt hat gute Verbindungen zum Chef der Mercedeswerkstattund er überzeugt uns, morgen früh nochmals zu Mercedes zu gehen (heute ist ja noch Feiertag). Sie sind überzeugt, dass unser Fehler weg zu bekommen ist. Einen Versuch ist es wert. So bleiben wir beiEckhardt und er wird uns morgen früh begleiten. Wir sind seine Gäste. Und wie ist das mit Murphys Gesetz. Bei der Einfahrt auf sein Grundstück bekommt unser Toiletten Fenster einen Sprung. Also ab zueinem Freund und alles ist sofort i. O.  gebracht, unglaublich wie schnell das erledigt war. Nun haben wir morgen die 500 km bis zur Grenze zum Kongo vor uns.
5.12.24 Tomboco
Bis 14:00 waren wir nochmal in der Werkstatt. Dann geht es durch eine volle Millionenmetropole Richtung Norden. Dann fahren wir die gestrige Strecke und den größten Teil von heute. (560km) Die Grenze schließt 17:30 und öffnet 07:30. wir beenden den Fahrtag 21:00- mein Respekt gilt Gerd. Wir fallen todmüde ins Bett und morgen 5:00 starten wir wieder.

Morgen geht es in die Demokratische Republik Kongo